Schlagwort-Archiv: Leseinsel junge Verlage

Neue Lyrik auf der Insel – Sprachwelten

Buchmesse-Lesung mit  Róža Domašcyna, Hans Thill und Sebastian Weirauch
Moderation: Andreas Heidtmann
Verantalter: poetenladen

Samstag,14. März 2018 | 13:00 – 13:30 Uhr
Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand G200

Schon traditionsgemäß präsentiert der poetenladen Verlag auf der Leseinsel neue Lyrik. Mit den Gedichten von Róža Domašcyna, Hans Thill und Sebastian Weirauch begeben wir uns in Sprachwelten, die so vielfältig wie eindringlich sind, so spielerisch wie erhellend.

Róža Domašcyna ist als sprachliche Grenzgängerin bekannt und entzündet an Wortfunden und Redensarten, aber auch in der kritischen Auseinandersetzung mit der Zerstörung von Landschaften ihre poetische Kraft.

Hans Thill ist ein profunder Kenner der internationalen Poesieszene und bettet seine Lyrik in einen großen dichterischen Kosmos ein. Seine Gedichte geben sich mitunter heiter-launig, um dann plötzlich die Falltür ins existenziell Bodenlose zu öffnen.

Sebastian Weirauch, dessen Band in die Kategorie der „Besten Debüts“ gewählt wurde, führt uns in kosmische Weiten und spielt mit den klassischen vier Elementen Luft, Wasser, Erde und Feuer. Der Verleger Andreas Heidtmann stellt die Lyriker vor, deren Texte, bei aller Einzigartigkeit, einen unterschwelligen dichterischen Dialog miteinander führen.

stimmen aus der unterbühne

Als Grenzgängerin zwischen den Sprachen ist die Dichterin Róža Domašcyna bekannt geworden. In ihrem neuen Band fasziniert das Zusammenspiel von narrativen und poetischen Elementen, von kritischer Aufarbeitung bis zur Protokollierung des Verschwindens identitätsstiftender Kultur- und Naturräume.

»Róža Domašcyna schreibt seltsam bezaubernde Gedichte und Texte, zauberhaft und wirklich in einem poetischen Vollzug wie niemand sonst in gegenwärtiger deutscher Lyrik. Vollzug in zwei Sprachen, sorbisch und deutsch, hervorgerufen aus einer gesellschaftlichen Tradition, in einer Landschaft mit alten Dörfern bäuerlicher sorbischer Bevölkerung und gewalttätig veränderter Natur durch die Industrie der Braunkohletagebaue mit zugewanderten Arbeitern deutscher Herkunft: Aus diesem Zwiespalt sucht und findet sie die Sprache für ihre Dichtung.« Gerhard Wolf

Der heisere Anarchimedes

In seinem neuen Gedichtband spielt Hans Thill so leicht wie genau, so geschichtsbewusst wie surreal mit Worten, Namen und Motiven. In Hintergrund schwingt die Weltpoesie mit. Seine Gedichte sind poetische Transformation: Personen, darunter Klassiker des Anarchismus wie Bakunin und Kropotkin, entstehen bei ihm gleichsam durch ihre Namen, so wie die Zeilen durch Sprache entstehen.

Michael Braun schrieb: Oft geben sich Hans Thills Gedichte heiter-launig, um dann plötzlich die Falltür ins existenziell Bodenlose zu öffnen.

»Verse sind Übersetzungen – in Worte und Klänge übersetzte Erlebnisse, Einfälle und Erinnerungen, die Hans Thill wieder und wieder dreht und wendet, collagiert und miteinander kollidierend ins Glühen bringt. Dabei entstehen beflügelte Zeilen.«
Marie Luise Knott, Perlentaucher

Von den Elementen

Sebastian Weirauch konfrontiert uns in seinem Debütband mit den klassischen vier Elementen (Luft, Wasser, Erde, Feuer), wie wir sie von der Antike her kennen, ohne die das Leben auf dem Planeten unvorstellbar ist. Doch es sind nicht die Elemente in ihrer puren Gestalt, sondern in ihren durch die menschliche Existenz beeinflussten Erscheinungsformen.

Dies wird an jeder Stelle spürbar, und es teilen sich in den Versen auch die Verletzungen mit, die unsere Eingriffe in die Natur zeitigen, wenn es beispielsweise heißt: »Hier roch es nach Petroleum/ Aufgeblähte Robbenkörper/ trieben farblos im Wasser.«

Verlagsseite

Ein grüner Wind hat seinen Schlaf über das Land gespannt – drei lyrische Stimmen


Poesie auf der Insel

23. März 2019 | 13:00 – 13:30 Uhr

Auf dem Messegelände
Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand G200

Mitwirkende/Autoren

  • Uta Ackermann
  • Andreas Altmann
  • Jörg Schieke
  • Andreas Heidtmann (Mod.)

Schon traditionsgemäß präsentiert der poetenladen Verlag auf der Leseinsel Poesie der Gegenwart – diesmal stehen zwei Autoren und eine Autorin im Zentrum, deren neue Gedichtbände ein Spektrum lyrischer Sprechweisen aufzeigen.

Andreas Altmann eröffnet mit seinem Band „Weg zwischen wechselnden Feldern“ einen magischen Bild-Kosmos. Die Genauigkeit des Blicks, die Musikalität der Sprache und die eigensinnige Phantasie finden darin zu strenger Form, schreibt die Neue Zürcher Zeitung.

Jörg Schieke legt mit „Antiphonia“ ein Langgedicht vor, das zugleich die Geschichte einer Familie erzählt. Was an diesem Text fasziniert, so der Südwestrundfunk, sind die einprägsamen Formeln und die gewitzten Sprechfindungen.

Uta Ackermann durchstreift in 99 Sätzen eine Welt voller eigensinniger Engel, die aus dem Off sprechen, Fragen stellen und damit alles in Frage stellen, die behaupten rettend zu sein und zerstörerische Anweisungen geben können. Vom Langgedicht über das Landschaftsgedicht bis hin zum Prosagedicht wird in diesen Gedichtbänden die Spanne heutiger Dichtung sichtbar.

Uta Ackermann: Neunundneunzig Sätze über Engel (Reihe Neue Lyrik) 
Andreas Altmann: Weg zwischen wechselnden Feldern (Reihe Neue Lyrik) 
Jörg Schieke: Antiphonia 

Links zu Poesie auf der Insel:
http://www.poetenladen-der-verlag.de/uta-ackermann.htm
http://www.poetenladen-der-verlag.de/autoren-andreas-altmann.php
http://www.poetenladen-der-verlag.de/joerg-schieke.php

Lyrik auf der Insel: Gravitäten ziehen die Meere an Land

Buchmesse-Lesung mit Andra Schwarz und Sibylla Vričić Hausmann
Moderation: Andreas Heidtmann
Veranstalter: poetenladen

16. März 2018 | 15:00 – 15:30 Uhr
Leseinsel Junge Verlage, Halle 5, Stand G200

Dichterisches Doppel-Debüt

Schon traditionsgemäß präsentiert der poetenladen Verlag auf der Leseinsel neue Lyrik – diesmal stehen zwei Autorinnen im Zentrum, deren Debüts in der Reihe Neue Lyrik erschienen sind. Die Reihe wird vom poetenladen in Kooperation mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen herausgebracht. Beide Dichterinnen sind bereits mehrfach für ihr Schreiben ausgezeichnet worden: Andra Schwarz erhielt 2017 den Leonce-und-Lena-Preis, dessen Jury sich von der leisen Präzision ihrer Gedichte beeindruckt zeigte. Mit großer Eindringlichkeit und Dynamik widmet sich ihr Band „Am morgen sind wir aus glas“ zentralen menschlichen und alten poetischen Themen. Sibylla Vričić Hausmanns Buch „3 FALTER“ erweist sich als feingliedrige Komposition von Zyklen, in denen auf bedeutende Frauengestalten wie Christine de Pizan und Maria Sibylla Merian Bezug genommen wird. Die narrative Struktur ihrer Dichtung wird kunstvoll durch Ellipsen, Inversionen und Abbreviaturen aufgebrochen. Die beiden Autorinnen werden von dem Verlagsleiter Andreas Heidtmann vorgestellt.

Sibylla Vričić Hausmann; Foto: Ulrich Schäfer-Newiger

Andra Schwarz; Foto: Ildiko Sebestyen

Andra Schwarz: Am morgen sind wir aus glas
Für den Zy­klus Ge­spins­te aus Luft aus dem vor­lie­gen­den Band wur­de An­dra Schwarz mit dem Leon­ce-und-Le­na Preis aus­ge­zeich­net. In den Ge­dich­ten ge­lingt es der Au­to­rin von ei­nem zen­tra­len mensch­li­chen und al­ten poe­ti­schen The­ma mit gro­ßer Ein­dring­lich­keit und Dy­na­mik zu spre­chen, ur­teil­te die Ju­ry. Der Zy­klus rührt an, in­dem er das Sub­jekt als ich, du und Kind, als un­durch­schau­ba­re En­er­gie, ag­gres­siv und ver­letz­lich, als Atem, ver­flüch­tigt und doch ge­fun­den, als Sprung, Sol­da­ten, Chi­mä­re und su­chen­de Fi­gur in den Schlin­gen von Zeit und Spra­che zeigt, os­zil­lie­rend zwi­schen Schlaf und Ge­wehr, Ge­hirn und Spatz.

»der ho­ri­zont ist bloß ei­ne rhe­to­ri­sche fi­gur für an­we­sen­heit
am him­mel un­fass­bar in die­ser luft aus glas un­ter un­se­ren fü­ßen
wer­den spu­ren zu zei­chen: hier an die­ser stel­le zählt das ge­wicht«

 

Sibylla Vričić Hausmann: 3 FALTER
Si­byl­la Vričić Haus­mann legt mit 3 FAL­TER ein kom­po­si­to­risch aus­ge­feil­tes De­büt vor, das sich sou­ve­rän wech­seln­der Dar­stel­lungs­for­men be­dient und da­bei selbst den Weg der Me­ta­mor­pho­se geht – gleich­sam wie je­ne von Ma­ria Si­byl­la Me­ri­an er­forsch­te Rau­pe, die, ehe sie Fal­ter wird, Pup­pe war. Da­bei ist der Na­me Me­ri­an kein Zu­fall, denn der Band stellt bis in sei­ne in­ne­re Sprach­struk­tur Be­zü­ge zu Wer­ken be­deu­ten­der Frau­en­gestal­ten her. Ne­ben der Na­tur­for­sche­rin Me­ri­an sind dies die mit­tel­al­ter­li­che Schrift­stel­le­rin und frü­he Frau­en­recht­le­rin Chris­ti­ne de Pi­z­an und Uni­ca Zürn, die ge­nia­li­sche Schöp­fe­rin von Ana­gram­men.

»Mit we­ni­gen Stri­chen, schroff ge­füg­ten Bil­dern ei­ner Karst­land­schaft, in der sich si­nist­re Ge­stal­ten zu tref­fen schei­nen, ent­wirft Si­byl­la Vričić Haus­mann ein Pan­ora­ma der Des­ori­en­tie­rung, der Ver­bin­dung von Lie­be und Ge­walt. … Die Lie­be – sie ist hier ei­ne war­me Waf­fe, bei de­ren Ein­satz mit den schwers­ten Ver­let­zun­gen zu rech­nen ist.«
Spritz, Mi­cha­el Braun zum Zy­klus pas de deux

Der poet auf der Insel

Freitag, 14.03.2014 | 12 Uhr | Leseinsel Junge Verlage |  Messe

buchmesse_ohneDatum_2012-150

Der poetenladen präsenteirt die neue poet-Ausgabe (poet nr. 16) mit
Peggy Neidel, Paula Schweers, Martina Weber

poet-auf-derinsel-300

Peggy Neidel, geboren in Zwickau, studierte Germanistik und Neuere Geschichte in Düssel­dorf. Sie ist Mitbegründerin des Literaturclub Düsseldorf und arbeitet als freie Journalistin und Kritikerin unter anderem für den Freitag und die taz. Zuletzt erhielt sie das Arbeits­stipen­dium des Landes Nordrhein-Westfalen und ver­öffent­lichte Lyrik in Zeitungen und Literatur­maga­zinen.2013 erschien im poetenladen Verlag ihr Debüt weiß in der Reihe Neue Lyrik.

Paula Schweers, geboren 1992 in Bremen, Abitur 2011. Seit Herbst 2011 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Seit 2012 zudem Studium der Ethnologie an der Universität Leipzig. Mitherausgeberin der Tippgemeinschaft 2013. Freie Texterin für die Bremer Werbeagentur H&K+S.  Finalistin beim open mike.

Martina Weber, 1966 in Mann­heim ge­boren, lebt in Frank­furt am Main. Lyri­kerin, Juristin. Seit dem Jahr 2005 leitet sie die Text­werkstatt II im Zen­trum für junge Lite­ratur in Darm­stadt.
Im Frühjahr 2013 erschien ihr Lyrik­debüt erin­nerungen an einen rohstoff im poeten­laden Verlag. Außerdem bereits in 3. Auflage: Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben und veröffentlichen Uschtrin Verlag, München 2011

Moderation: Andreas Heidtmann

Alle Autorinnen haben Lyrik, Prosa oder Interviews für die letzten poet-Ausgaben beigetragen.  Ganz frisch zur Messe:
poet nr. 16
Literaturmagazin
ca. 240 Seiten, 9.80 Euro
ISBN 978-3-940691-51-4
poetenladen, März 2014