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Wetterleuchten
Anne Dorn   Anne Dorn
Wetterleuchten
Gedichte
Nachwort: Jayne-Ann Igel
poetenladen 2011
gebundene Ausgabe
80 Seiten, Euro 16.80
ISBN 978-3-940691-30-9
Band 1

Herausgegeben von Jayne-Ann Igel, Jan Kuhlbrodt, Ralph Lindner

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„He, ihr alten und neuen Menschen,
entschuldigt, daß ich anklopfe und vorbeikomme
mit meinem Bauchladen – “

Partitur des Erinnerns

In ihren dichterischen Texten spiegelt sich Anne Dorns General­thema der Trennungen, Verluste und des Sich-Wiederfindens, Bewah­rens, das ohne den zeitgeschichtlichen Hintergrund eigener Lebens­erfah­rungen kaum denkbar ist, in sublimerer Weise als in ihrer Prosa wider. Eine Thematik, die auch vom frühen Wechsel von Ost- nach Westdeutschland zu Kriegsende geprägt ist, von der wieder­holten und regelmäßigen Rück­kehr in eine vertraute Fremde, die die Kindheits­orte bei und in Dresden in ihren Augen später darstellen mochten, in der Zeit der Teilung. In den Gedichten schwingen die Erfahrungs­hinter­gründe, die den Stoff der Prosa­arbeiten bilden, leise mit, teilen sich mit, vielfach gebrochen, als schaute man durch ein Prisma auf diese Land­schaften, die Land­schaften der Kind­heit wie die ihrer Reisen und jener Orte, die sie sich neu ge- und erfunden hat.


  Anne Dorn wurde 1925 in Wachau bei Dresden geboren und lebt heute als Schrift­stel­lerin in Köln. Bis­lang war ihre Lyrik nur verstreut in Zeit­schriften und Anthologien, etwa im Jahrbuch der Lyrik, zu finden.



Inschrift

Immer zu klein gewesen.
Immer die Spiegel zu hoch.
Sah nie mein Gesicht.
Bestenfalls meine Mütze.
Freilich, darunter das bunte
Gewimmel meiner Gedanken
hielt mich in Atem.
Korrespondenzen mit
Steinen, Sternen und Staub
vom Feinsten. Was alles
heute noch Glück bedeutet,
für mich. Ich nehme es mit.
Wohin? Fragt leiser.
Nicht Idee ist es,
es ist Gefühl.





Stimmen

   Es sind feingewebte epische Gedichte, Sammelstücke eines ganzen Lebens, die Geschichten erzählen von „südlichen Februartagen“, „Sterbenswollust“ und dem „Weg ins Dorf“. Außergewöhnliche, eindrucksvolle Lyrik, die durch eine klare, einfache Sprache besticht ...

WDR | Matthias Ehlers

  Sechsundachtzig Jahre alt hat Anne Dorn werden müssen, um ihren ersten Gedichtband zu veröffentlichen – und damit das vielleicht dienstälteste Debut der deutschen Lyrik vorzulegen. ... Der Band [ist] von ungewöhnlicher Geschlossenheit, die ihn zu einem Ereignis macht.

Fixpoetry | Jürgen Brôcan

 

 
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