Eine Dreiecksgeschichte von melancholischer Intimität
Was tun, wenn die Freundin in der Psychiatrie landet? Was tun, wenn die Geliebte ein Kind will? Und was tun, wenn man zwischen all diesen Katastrophen längst selbst den Halt verloren hat? Christian de Simoni erzählt von einem Helden, wie wir ihn alle kennen, aber er erzählt seine Geschichte auf eine unvergleichliche Art: mit einer spröden Lakonie, mit viel Witz und Melancholie.
„Das Abenteuer, das sie mir verhieß, ist sie nicht. Und der Liebende, den sie sich wünscht, bin ich nicht. Also: Was tun wir eigentlich hier? Was bleibt, wenn die Hoffnung erlischt, dass etwas daraus werden könnte? Nein, Freundschaft bestimmt nicht. Das ist was für kleine Mädchen. Vielleicht lassen wir es besser bleiben.“
Dreiecksgeschichte
Auf eine Kaltfront folgt Rückseitenwetter: starker Wind, Temperatursturz, Gewitter, Hagelschauer. Die Kaltfront, die durch Chris Bissigs Leben zieht, wirbelt seinen Alltag durcheinander: Seine Freundin erleidet einen Zusammenbruch und landet in der Psychiatrie. Chris bandelt mit einer anderen Frau an, kündigt seine Wohnung, seinen Job und verliert langsam selbst den Verstand. Und dann kehrt seine Freundin zurück und möchte am liebsten sofort ein Kind, ein Heim und eine heile Welt.
In der Laudatio (Andreas Rötzer) zum Prenzlauerberg-Preis heißt es:
Christian de Simoni erhält den ersten Preis des LITERATURPREISES
PRENZLAUER BERG 2008 für einen Text*, in dem er literarisch gekonnt
sprachlich eine Alltagssituation widerspiegelt, die uns aus einem intimen
Lebensbereich berichtet, ohne jeglichen Voyerismus zu bedienen. Diese
zarte Geschichte, die er auf leichte und heitere Weise erzählt, ohne den
handelnden Personen die Würde und den Ernst zu nehmen, öffnet den
Blick des Lesers für die Gefühle und Befindlichkeiten einer Generation
zwischen Sex and the City und FAZ am Sonntag. Dabei gelingt es ihm, wie
nebenbei auf klassische Erzählstrukturen der Moderne zurückzugreifen
und souveran und stimmungsvoll eine glaubwürdige Geschichte zu
erzählen.
* Der Text ist Teil des Romans „Rückseitenwetter“
Der Ich-Erzähler des charmanten Textes ist der Berner Chris Bissig. Er ist etwa 30 Jahre alt und leidet an der weit verbreiteten „Generationitis actualis“, deren Symptome gleichermassen Unterforderung und Übersättigung sind. ... Der Berner Autor Christian de Simoni (*1979) formuliert in seinem Debütroman authenisch und klug
Schweizer Radio | T. Kummer
„Ein erschreckend guter Roman-Erstling“
Schweizer Tageszeitung Der Bund