Eines Tages reingeschneit
Tina Gintrowskis
Lyrikstories leben von Wortspiel und Rhythmik, von raffinierten Binnenreimen und Alliterationen. So sehr sie sich klassischer Methoden bedienen, klingen die Gedichte verblüffend unverbraucht und alltagsnah. Dabei ergibt sich ein atemloses Parlando, synkopisch vertrackt, manchmal burlesk und kapriziös, manchmal witzig-frech und bissig-bös. Das Ich öffnet fantastische Räume und sucht das Freie – gleich den
fliegenden Falken. Wir entdecken
Morgenwunderländer und erleben Witz und Wahn auf dem Weg von
nirgendwo nach irgendwo nach hause.
meine seele ist ZERFETZT IN TAUSEND FUNKEN einer davon heißt marie und weint betrunken von der welt ich zeige gerne jedem der mich fragt die mühen auf und sage brüder oder geister unser leben ist ein staffellauf mit rohen eiern aus papier und du der nicht gemeint war sagst ach schwesterherz das schaffen wir
Die verspielten, oft frechen und bissigen Gedichte von Tina Gintrowski, Gewinnerin des renommierten Open-Mike-Wettbewerbs, klingen so unverbraucht und alltagsnah, dass man beim Lesen unweigerlich an Ringelnatz denkt.
BRIGITTE | A. Liebsch
Tina Gintrowksis Gedichte haben eine wohltuende Spontanität, was die Routen angeht und wirken nicht nur unverbraucht. Sie leben schnell, sind leicht und verspielt (und insgeheim tragisch), reimen sich im Innern und verlieren den Reim auf dem Weg, der nur eine Etappe sein kann, ein Ausflug zu einem Picknick mit buntem Geschirr. Das schließt nicht aus, daß Wichtiges geschieht.
Fixpoetry | Frank Milautzcki