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Gern, wenn du willst
Katharina Bendixen | Gern, wenn du willst    
Katharina Bendixen
Gern, wenn du willst
Erzählungen
poetenladen, Leipzig 2012
ca. 120 Seiten, 16,80 Euro
Gebundene Ausgabe

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Magische Welten

Katharina Bendixen verbindet in ihren Erzählungen surreale Momente mit einer realistisch präzisen Sprache. Wenn ganze Städte verschwinden, wenn ein unsichtbares Mädchen in die Umkleidekabine der Protagonistin vordringt oder eine Frau mit Männern aus verschiedenen Lebensabschnitten simultan in ihrer Wohnung lebt, dann sind wir in Katharina Bendixens magischer Welt.

Mit leisen unaufdringlichen Tönen und einer Zärtlichkeit für die Figuren spürt Katharina Bendixen der Abgründigkeit menschlicher Existenz nach. Dabei bricht oftmals das Magische in den Alltag ein und verleiht den streng geformten Texten eine poetische Intensität. Ein Paar, das sich entfremdet hat, spricht nur noch in Floskeln, eine junge Frau muss auf der Beerdigung ihrer Mutter lachen, eine andere möchte vor einem Krieg, den es gar nicht gibt, im Wald Schutz suchen.

»Die Bilder des Verlusts und der Reduktion reichen bis in die versetzten Wortfolgen einer Syntax, die nicht für ihre Wahrheit bürgen will, aber sehr passend für eine verlorene Zukunft steht, in der sich eine Erzählstimme die Welt raunend kleiner denkt.«

erostepost-Literaturpreis, Jury über Katharina Bendixen



Das Buch in den Medien
 
»Hingetuschte Lebensverunsicherungen sind diese kunstvoll verdichteten Kleintexte. Trotz seiner Empfindlichkeitsemphase sollte man dieses Bändchen auf keinen Fall als Befindlichkeitsprosa missverstehen. Vielmehr produziert Bendixen sprachliche Hologramme.
Das Ich ist hier nicht nur unzuverlässig, sondern prekär. Wer sind die falschen Eltern einer falschen Tochter, die vielleicht doch die richtige wäre, nähme sie nur die richtigen Medikamente? Was ist das für ein Ring, der sich um eine Frau so eng zusammenzieht, dass sie eines Tages die Wohnung nicht mehr verlassen kann? Warum muss eine trauernden Tochter bei der Beerdigung ihrer Mutter reflexhaft lachen?«

Frankfurter Allgemeine Zeitung (April 2012)
 
»Was spüren diese ›Irren in Wartestellung‹? Davon erzählt der außerordentliche Kurzgeschichtenband Gern, wenn du willst von Kathrina Bendixen. Bei ihr glauben junge Frauen an imaginäre Begleiterinnen, die nur von ihnen gesehen werden können. Ihre eigene Eltern werden ihnen fremd. Sie bilden sich ein, die Abteilungsleiterin im Betrieb sei ihre richtige Mutter. ›Ihr müsst euch nicht mehr verstellen, ich weiß längst Bescheid.‹«

WDR 1LIVE, Jan Drees
 
»Stets sind es Entfremdungen, die den Ton dieser 13 Erzählungen vorgeben, in deren Zentrum jeweils eine gravierende Veränderung steht. Die wird mal von außen provoziert, mal ist sie Eskalation einer inneren Wandlung.
  Katharina Bendixen, 1981 geboren, schreibt nicht auf eine Pointe hin. In jedem Satz steckt schon das Eigentliche, das beim Lesen Raum bekommt.
  Bendixen erzählt knapp und sehr genau. Sie beeindruckt, während jede Geste – ein Daumen, eingehakt in eine Gürtellasche – Bedeutung birgt, mit stilistischer Leichtigkeit. Sie muss an keinen Ort gelangen, zu keinem Gefühl, in keine Kata­strophe führen. Denn es ist alles längst da.«

LVZ, Janina Fleischer (Mai 2012)
 
»Bendixens Erzählungen haben durchweg Tiefgang und bedienen sich verschiedener Kniffe, um das Erleben der markanten Ich-Erzählerinnen plastisch zu machen. Diese Figuren sind sehr komplex angelegt und treffsicher charakterisiert.
  Bendixen geht tiefer. Bendixen bohrt mit überraschender, klarer Sprache da noch einmal nach, wo sie etwas vermutet. Und wird immer fündig.«

Fixpoetry | Armin Steigenberger (Mai 2012)
 
»So leitet das Cover von „Gern, wenn du willst“ auch sofort zum her­vor­ste­chenden Thema der hier ver­sam­melten Erzäh­lungen: Bezie­hungen – vor allem nicht-funktionierende. ...
Die eigent­li­chen Themen werden dem Leser nicht frontal zuge­schleu­dert. Es ist mehr so, dass Ben­dixen ein wenig Magie ins Spiel bringt, Unmög­li­ches ein­baut, ein wenig zau­bert. Eine Frau in der Krise sieht zu, wie ein Ring sich um ihre Stadt zieht und sie schließ­lich nicht mehr das Haus ver­lassen lässt. Einer unglück­lich kin­der­losen Ehe­frau öffnet sich mitten in der Nacht eine Tür.«

Stadtstudenten | Christiane Kürschner (März 2012)
 
»Katharina Bendixens zweites Buch ist ein sehr gelungenes Buch. ... Plätze und Handlungen sind sehr originell, es passt alles zusammen, eine echte Empfehlung, auch wenn es ein bisschen düster ist.«

mdr Figaro: Ina Namislo im Gespräch mit Michael Hametner (März 2012)

 
 
 
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