Aus Kritiken
Viele Texte dieser Anthologie reichen weit über die nur poetologische Besprechung eines Gedichts hinaus. So sinnt Michael Braun auch darüber nach, wie es in Zeiten politischer und metaphysischer Desillusionierung noch möglich sein könnte, der „transzendentalen Obdachlosigkeit“ etwas entgegenzusetzen.
Reflexionen bleiben dem Leser von
Der gelbe Akrobat trotzdem nicht erspart, doch ist dies eine Sammlung, deren ungetrübte Blicke auf die moderne Poesie beeindrucken. Und es ist nicht minder der verlegerische Mut der Unternehmung Poetenladen zu loben, sich auf das Abenteuer eines solchen, immerhin 360 Seiten zählenden Buches, eingelassen zu haben. Wer schon immer etwas über Dichtung wissen wollte, sich aber nicht zu fragen traute, greife zu diesem Buch.
Dresdner Neueste Nachrichten, Volker Sielaff
Neben Gedichten von bekannten Autoren (übrigens in einer ausgezeichneten Ost-West-Mischung) wie Erich Fried, Hans Magnus Enzensberger, Volker Braun, Sarah Kirsch finden sich Texte von weniger bekannten Dichtern, und darunter wiederum einige bewegende Entdeckungen.
Mit ihrem Band setzen die beiden Herausgeber diesem Scheitern etwas entgegen, indem sie Lyrik als einen anregenden, intelligenten, oft politisch wachen, hellsichtigen, enttäuschten und manchmal auch „nur“ amüsanten Gesprächspartner vorstellen, der die Freiräume seines Nischendaseins zu nutzen weiß.
Freie Presse, Chemnitz | Matthias Zwarg
Die Auswahl der Autoren und der Gedichte ... überzeugt. Es sind fast alle namhaften Lyriker des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts vertreten, und auch für weniger bekannte, aber beachtenswerte Dichter findet sich nicht selten ein Plätzchen. Mit Kennerschaft und Findigkeit haben die beiden Herausgeber Gedichte ausgewählt, über die es sich nachzudenken und zu reden lohnt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Wulf Segebrecht
Hundert zeitgenössische Gedichte, klug kommentiert:
Die Gedichte sollten ... etwas von einem „guten Schwarzbrot“ an sich haben; mit weniger geben sich so unersättliche Lyrikleser wie Braun und Buselmeier nur ungern zufrieden. Und dieses gute Schwarzbrot, in 100 Scheiben serviert, es bekommt auch dem gemeinen Leser.
Süddeutsche Zeitung | Tobias Lehmkuhl
Es wirkt erfrischend, wie häufig die beiden Kommentatoren – der eine mehr, der andere weniger – sich über biografische Details die Wege zum Dichter bahnen und damit letztlich zum Werk.
Die Rhein-Pfalz | Gabriele Weingartner
Ein aufmerksamer Leser des „Gelben Akrobat“ wird in vielen dieser „Kommentare“ solche poetologische Thesen entdecken, in denen sich die schillernden Facetten moderner Lyrikproduktion und -rezeption widerspiegeln. Dadurch erweitert diese Anthologie nicht nur den Wahrnehmungshorizont des lesenden Amateurs (im Sinne von „Liebhaber“), sondern eröffnet auch interessante, gelegentlich sogar amüsante Interpretationsperspektiven für den oft eingefahrenen Literatur-Diskurs und die kritische Lyrikrezeption in Literaturredaktionen oder Lyrikpreis-Jurys.
literaturkritik.de | Werner Friebel
Sekundärliteratur zu lyrischen Texten, die in Text und jeweiligem Titel selbst poetisch anspruchsvoll daherkommt. Ein kluges Buch; nicht altklug, nicht neunmalklug – einfach nur klug und fachkundig. Und ein schönes Buch; nicht übertrieben äußerlich schön, kein Blender. Pflichtlektüre für im Grunde alle, die Gedichte schreiben, vor allem aber für die, die Gedichte zukünftig gewinnbringender lesen und deuten wollen.
Stefan Heuer | Fixpoetry
Also ein Buch, das Profis ebenso wie interessierten Laien etwas bringt: anschaffen! lesen!
Michael Gratz | Lyrikzeitung