Editorial
In seiner Laudatio zum Calwer Hermann-Hesse-Preis an das Literaturmagazin poet sprach Michael Braun von zwei wichtigen literarischen Horchposten, die durch poetenladen und poet errichtet worden seien. Es sind relativ junge Horchposten, doch umfassen die bisherigen poet-Ausgaben immerhin 2000 Seiten Literatur. Der poetenladen im Internet hält neben Rezensionen, poetologischen Diskursen und theoretischen Beiträgen vor allem Kurzbiografien und Originaltexte mehrerer hundert Autoren bereit. Auch das Magazin hat inzwischen eine eigene Website: www.poet-magazin.de
Ob Netz oder Druck: Es ehrt uns, als letzte Abenteurer des Geistes apostrophiert zu werden. Wir leben in einer literarischen Welt, die auf der einen Seite zunehmend von Konzernen mit Bestsellerliteratur dominiert wird, auf der anderen Seite eine unendliche Flut an „geistigem Trash“ im Netz produziert. Jenseits dieser Quantitäten jedoch lebt und gedeiht eine literarische Szene, die so faszinierend ist wie wenig sonst. Es ist beglückend, daran mitzuwirken.
Herbst 2010
Zur Website:
poet-magazin.de