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Editorial
Die Eventkultur feiert Hochsaison, vom Hildesheimer Woodstock der jungen Literatur über Literaturhausparties und Poetenfeste, Jungautorenolympiaden bis zu neuen Poetik-„Vorlesungen“ mit feierlichen Grußworten und profanem Rotkäppchensekt. Wunderbar – man trinkt, plaudert, hört mit halbem Ohr hin und hat das schöne Gefühl, sich gleichermaßen gut wie niveauvoll zu unterhalten.
Ob deshalb mehr gelesen wird, steht in den Sternen. Oder in den Geschäftsberichten der Verlage, soweit sie überhaupt Gedichte und junge Literatur drucken. Ein Spielverderber behauptete jüngst: Das echte Interesse an Literatur – und das zeige sich an der Zahl der Leser und Buchkäufer – erweise sich als umgekehrt proportional zur Masse der Events.
Dennoch und gerade deshalb ist es schön, hier das 5. Magazin vorzulegen – ohne Hype und ohne Party. Bringt man auf den Punkt, was aus den Gesprächen dieser Ausgabe herauszuhören ist, darf man sagen, der Glaube ans gedruckte Wort ist ungebrochen. Zugleich wächst die Sorge, dass der Leser, sofern nicht selbst Literat, allmählich ausstirbt. Das Internet als Literaturraum wirkt als Transmitter, der verführt, in die Originale zu schauen. Stattfinden kann die Literatur nur zwischen Buchdeckeln. Oder auf Lesungen. Oder in Zeitschriften. Gleich hier, ein paar Seiten weiter.
Zuvor möchte der poetenladen noch all den Autoren danken, die für diese Ausgabe Hinweise lieferten und Vorschläge unterbreiteten, namentlich Katharina Bendixen, Ron Winkler und Walter F. Schmid. Für die italienische Sektion gilt der Dank den Autorinnen und Übersetzerinnen Stefanie Golisch und Angela Sanmann.
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