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Umkreisungen
 

Umkreisungen
25 Auskünfte zum Gedicht
Herausgegeben von
Jürgen Brôcan u. Jan Kuhlbrodt
poetenladen, Leipzig 2010
192 Seiten, 15.80 Euro
Klappenbroschur, fadengeheftet
ISBN 978-3-940691-11-8

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Zugang durch Umkreisung

25 Autoren geben Auskunft zum Gedicht und lassen den Leser am Ent­stehungs­prozess teil­haben. Die aktuellen Beiträge reichen vom auto­biographischen Bericht über das Werk­statt­protokoll bis zum lyrischen Fragment. Zahlreiche Gedicht­beispiele ergänzen diese Umkreisungen, die Jürgen Brôcan und Jan Kuhlbrodt gesammelt haben.

Das Buch erscheint parlallel im Internet auf den Seiten des poetenladens   

»Zugang durch Umkreisung. Das kann vieler­lei bedeuten. Zum Einen, die Um­kreisung eines fernen Beobachtungs­ziels zur Daten­sammlung und zum besseren Verständnis, so wie die ISS die Erde umkreist. Oder die Umkreisung seiner selbst, ein Sufi in der Ekstase, wiede­rum zum besseren Verständnis und in der Hoffnung auf Offenbarung. Rationalität und Mystik.

In unseren Umkrei­sungen sind Autorinnen und Autoren verschiedenen Tempera­ments versammelt, die das Feld der Lyrik weniger abstecken, als dass sie es als Landschaft mit weitem Horizont betrachten.«

Aus den Nachwort von Jan Kuhlbrodt
 

Stimmen zu Umkreisungen

Der Verlag Poetenladen ist mit seinen Anfang 2010 erschie­nenen Umkreisungen. 25 Auskünfte zum Gedicht einen anderen Weg gegangen. Nicht nur hatten die Herausgeber den Mut, neben bekannten Lyrikern wie Martina Hefter und Norbert Hummelt weniger bekannte Autoren um Beiträge zu bitten, sondern sie haben auch Wert auf exemplarisches Vorgehen gelegt: Die Dichter sollten das Werden nur jeweils eines Gedichts hinsichtlich Motivwahl und Schreibprozess einlässlich schildern.

Dabei kam es naturgemäß zu sehr unterschiedlichen Darstellungen: Vom sturzbachartigen Notat bis zur vergrübelten, durch viele Stadien gehenden Entwicklung ist alles vertreten, ebenso von eher abstraktpoetologischer Herangehensweise bis zur Rechenschaft darüber, aus welchen emotionalen Tiefenschichten das Gedicht sich speist. Vor allem aber rücken einige Dichter dem Leser erstaunlich nah, ohne dass der Zauber ihrer Verse durch das Erhellen der Erlebnissituation leiden würde, aus der ihr Beitrag hervorgegangen ist.

Am Erker, Andreas Heckmann, Juni 2010



In der unterschiedlichen Herangehensweise der Autoren liegt zugleich die Stärke des Bandes: So individuell wie die Autoren und ihre Gedichte sind auch die Perspektiven auf den eigenen Text. Wo für einige Autoren das Erklären und Entschlüsseln im Zentrum steht, gehen andere auf Distanz zum eigenen Text, von dem sie selbst nur so viel zu wissen scheinen, wie auch der Leser wissen oder erahnen kann.

Die Lektüre wird zum Blick über die Schulter des Schreibenden, durch den der Leser beobachten und nach­vollziehen kann, wie sich aus zunächst undif­feren­zierten Gedanken- und Asso­ziations­gebäuden nach und nach einzelne Bilder, Motive und schließlich Gedicht­zeilen herausschälen.
     Für solche und viele andere Momente lohnt sich die Lektüre der Umkreisungen, die bewusst keine endgültigen Aussagen zum Gedicht treffen wollen – zumal es „das Gedicht“ nicht gibt.

Zeichen & Wunder, Anna Ertel, Juli 2010



Selbst­bestimmungen, Erklärungen und Ver­klärungen ranken die mehr oder minder im Lite­ratur­betrieb auf­gefallenen drei Autorinnen und 22 Autoren um die von ihnen ausge­wählten Gedichte. Es sind Proben im doppel­ten Sinne – zum einen von der sprachlichen Kraft seines Verfassers/seiner Verfasserin und zum anderen vom poe­tischen Vermögen des Gedichts.

Illustratorin Miriam Zedelius kleidetete die Umkreisungen subtil in ein Leichtigkeit verheißendes Gewand.

Neues Deutschland, Ralph Grüneberger, Mai 2010

 
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