»Dort, wo es unerträglich wird, sucht Göttfert nach Worten«
Die Wildnis ist überall: Sie lauert im Bahnhofscafé, sie verbirgt sich am Ufer eines trägen Flusses, wo ein junger Mann von den Erinnerungen an familiäre Gewalt gepeinigt wird. Sie liegt in den Augen des Mädchens, das mit lustvoller Begeisterung seine Katze misshandelt. Die Wildnis reicht tief ins Innere der Figuren. Die Sprache deckt Verstörungen auf und liefert suggestive Nahaufnahmen, in denen Realität und Vorstellung verschmelzen.
»Spring in den Inn!, sagte ich mir also. Geh jetzt an die Brücke und spring in den Inn!, spring sofort und ohne eine Sekunde zu zögern!, sagte ich mir, nütze die Gelegenheit, spring in den Inn, töte dich!«
»Dort, wo es unerträglich wird, sucht Göttfert nach Worten. Und findet sie auch.«
fm5 Wien
Aus Kritiken
Constantin Göttferts Erzählband zeichnet sich durch eine beinahe unerträgliche Stille aus.
Göttfert liefert in seinen Geschichten eine Wildnis des Inneren, in der Verwüstung, Unausgesprochenes und Hässlichkeit herrscht.
Göttferts knapper, klarer, schnörkelloser Stil untermauert die großartig geschilderte Trostlosigkeit der Atmosphären, in denen er seine Figuren agieren lässt.
Der Standard | Melek Öztürk
Das erinnert mitunter an die surrealen Techniken eines David Lynch und sorgt für jenen Sog, der einen ratlos und rastlos weiterlesen lässt.
Auf alles, was von ihm noch kommt, kann man sehr gespannt sein!
Literaturhaus Wien | Angelika Reitzer
Es gibt kein Aufatmen zwischendurch, keine versöhnlichen Momente, ständig liegt etwas Pathologisches in der Luft.
DUM | Kathrin Kuna
In seinem Erzählband
In dieser Wildnis lotet Constantin Göttfert die Abgründe der menschlichen Seele aus.
literuatkritik.de | Jens Zwernemann
Inhalt
In den Wänden 7
Keine Katastrophe 14
Jelena 25
Im Schatten des Drachenbaumes 50
Annas Katze 67
Arion rufus 72
Wie heißt dein Sohn? 80
With All Love 86
Vesper 97
Die Buchstaben der Kinder 109